Laserscape Kassel

Entwickelt 1977 zur documenta 6, reaktiviert 2000 durch die Städtische Werke AG, Kassel.

Mit Horst H. Baumanns farbigem Lichtnetz über der Stadt wurde 1977 das weltweit erste permanente Laser-Kunstwerk eingerichtet. Bei den Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung gestoßen, konnte die Installation 1979 durch das Zusammenwirken kommunaler und privater Aktivitäten als Dauereinrichtung für Kassel gesichert werden und sich zum weithin sichtbaren Wahrzeichen von Kassel als Kulturstandort entwickeln.

Da im Lauf der Jahre eine technische Grunderneuerung notwendig geworden war, wird nach einer Sponsoreninitiative des documenta forums und dem Engagement von Oberbürgermeister Georg Lewandowski das Laser-Kunstwerk seit dem Jahr 2000 von der Städtischen Werke AG betreut, die den Betrieb zu ausgewählten Terminen bis Ende 2007 garantiert. Zur Kasseler Museumsnacht 2005 wird die LASERSCAPE KASSEL zu sehen sein.

Vom Zwehrenturm am Museum Fridericianum ausgehend, verspannt der Strahlenverlauf markante Eckpunkte der Kasseler Lokalgeschichte in einem komplexen Liniennetz aus visuellen Bezügen: Ein grüner Argon- und ein roter Krypton-Strahl greifen parallel aus der Innenstadt heraus über 7300 Meter zum Oktogon des Herkules und verweisen auf die historischen Zusammenhänge zwischen Stadtgebiet und Wilhelmshöhe. Gleichzeitig werden noch auf dem Turm Teilstrahlen so abgespalten, dass ein grüner auf das Dach des Orangerie-Mittelbaus trifft, von wo aus er, fächerförmig zerlegt, die barocke Anlage der Karlsaue begleitet: Ein zentraler Strahl betont die Mittelachse zum Tempel auf der Pfaueninsel, während zwei sechsfarbige Fächer in ca. 10 m Höhe den Kanalachsen folgen. Zugleich schneidet ein roter Strahl direkt vom Zwehrenturm die Konstellation und endet auf einer der Statuen des mythologischen Figurenprogramms am südlichen Ende der Karlswiese.

Auf einleuchtende Weise verknüpft das Strahlennetz somit bedeutsame Orte der Stadtgeschichte von unterschiedlicher Funktion und Zeitstellung. Ihnen gemeinsam ist die formale Eigenschaft der Oktogonalität: Der Altan des Zwehrenturms, der Unterbau des Herkules-Denkmals und der Mittelbau der Orangerie sind von achteckigem Grundriss.

Mit ihrer horizontalen Entfaltung und vielfältigen Bezugnahme auf die Stadtgeschichte steht LASERSCAPE KASSEL in Beziehung zu zwei weiteren bedeutenden documenta-Kunstwerken im öffentlichen Raum der Stadt, die gleichfalls, wenn auch mit jeweils anderen Mitteln, auf die lokale Topographie eingehen: "Der Vertikale Erdkilometer" von Walter De Maria thematisiert die Senkrechte im Verborgenen, Joseph Beuys' "7000 Eichen" greifen mit ökologischer Absicht weiträumig in den urbanen Zusammenhang ein.

Städtische Werke AG
Königstor 3 - 13
34117 Kassel

Fon: (0561) 782 - 25 94
Fax: (0561) 782 - 21 21

Horst H. Baumann
Himmelgeister Straße 107 F
40225 Düsseldorf
Fon: (0211) 31 32 85
Link: www.laserscape.de
Mail: hhb@laserscape.de

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