Weitsichtige Unternehmen meistern Strukturwandel

Wirtschaftsregion Kassel - Investitionen im Herzen Europas

Viele Regionen in Deutschland und Europa verwenden heute im zunehmenden Standortwettbewerb um investierende Unternehmen das Argument, zentral zu liegen. Das verwundert nicht, verknüpfen doch die meisten Firmen den Begriff „zentrale Lage“ direkt mit der Vorstellung von kurzen Verkehrswegen mit kostengünstigen Ausgangsbedingungen. Seit der deutschen Wiedervereinigung liegt die Wirtschaftsregion Kassel unveränderlich im Zentrum Deutschlands und damit in einer besonders guten Ausgangsposition.

Doch nicht nur die Lage, auch die Infrastruktur muss stimmen. Vor allem die Qualität der überörtlichen Verkehrswege ist dabei ein entscheidender Faktor. Hier hat die Wirtschaftsregion Kassel schon aus alter Tradition einiges zu bieten. Bereits in den Gründungsjahren der Bahn war Kassel aufgrund seiner Lage ein wichtiges Drehkreuz im Schienenverkehr. Ein besonders gutes Beispiel für den Einfluß der Infrastruktur auf die wirtschaftliche Entwicklung ist der 1990 eröffnete ICE-Fernbahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe, der einen ursprünglich eher beschaulichen Stadtteil in ein attraktives Dienstleistungszentrum verwandelte. Auch auf der Straße werden die in Bau befindlichen Autobahnen A 44 Richtung Eisenach - Dresden sowie die neue A 38 Richtung Halle - Leipzig in wenigen Jahren den Lagevorteil nochmals deutlich verbessern.

Zentralität und Infrastruktur spielen vor allem im Bereich der Logistik eine wesentliche Rolle, hier boomt die Region. Einen Grundstein dafür legte die Volkswagen AG, die bereits in den 1990er Jahren den Beschluß fasste, die logistischen Aktivitäten für das Ersatzteilegeschäft aller Konzernmarken in der Region Kassel zu bündeln. Heute ist das in Baunatal gelegene Volkswagen Original-Teile-Center mit 360.000 m² Lagerfläche und rund 2.800 Mitarbeitern das größte Logistik-Zentrum Europas. Etwa zeitgleich begann man unter Federführung des Zweckverbandes Raum Kassel mit den Planungen und dem Bau eines Güterverkehrszentrums im Dreieck der Städte Kassel-Lohfelden-Fuldabrück. Auch ein Umschlagbahnhof wurde dort errichtet, um den intermodalen Container-Umschlag zwischen Straße und Schiene sicherzustellen. Die meisten Flächen des rund 60 ha großen Güterverkehrszentrums sind bereits vermarktet und mit Logistikobjekten bebaut. Für die Region bedeuten diese Aktivitäten zusätzliche Arbeitsplätze und weitere Ansiedlungen aus Handel, Produktion und Zulieferbetrieben. Eine interessante Variante für Logistik-Unternehmen ist dabei das direkt an der A 44 Kassel-Dortmund erschlossene Gewerbegebiet der Gemeinden Breuna und Wolfhagen „Hiddeser Feld“, das seit der Ansiedlung des REWE-Verteilzentrums jedem Autofahrer sofort ins Auge fällt.

„Sehr erfolgreich“ lautet auch das Resümee für ein Infrastrukturprojekt, das bereits in den 1970er Jahren begonnen wurde: Der Industriepark Kassel-Waldau. Mit seiner Lage direkt im Schnittpunkt der Autobahnen A 7, A 44 und A 49 kann das 220 ha umfassende größte nordhessische Gewerbegebiet sicher als einer der interessantesten Standorte Deutschlands bezeichnet werden. Mehr als 200 Unternehmen mit über 6.000 Beschäftigten sind heute dort ansässig. Die stetige Nachfrage nach unbebauten Flächen führt allerdings dazu, dass diese in absehbarer Zeit vermarktet sein werden. Deshalb werden bereits hochwertige Ersatzflächen geplant. Immobiliengesellschaften, u.a. die IVG AG oder die Nibler-Gruppe, ermöglichen heute vielfach auch die Ansiedlung von Unternehmen im Industriepark, die einen Standort nicht erwerben sondern anmieten möchten. Für rund 9 Millionen Euro ist jetzt eine weitere Top-Fläche vor allem für technologieorientierte Betriebe und Dienstleistungsunternehmen erschlossen worden, der „Technologiepark Marbachshöhe“ in Kassel-Wilhelmshöhe. Dabei dürfte es sich um die letzten verfügbaren Grundstücke und Objekte handeln, die in der Nachbarschaft des ICE-Bahnhofs erworben werden können.

Das derzeit wichtigste Infrastrukturprojekt ist der Neubau des Flughafens Kassel-Calden für rund 150 Millionen Euro. Positive ökonomische Auswirkungen werden nicht nur aus dem reinen Flughafenbetrieb erwartet, sondern vor allem auch durch die Besiedelung des angeschlossenen Industriegebiets, das in direkter Nachbarschaft zu Eurocopter, ZF Luftfahrttechnik und einigen weiteren bereits am Flughafen ansässigen Unternehmen projektiert wird.

Direkt und indirekt wird die Wirtschaft auch von den Investitionen zum Bau der „Regiotram“ profitieren, dem bedeutendsten Nahverkehrsprojekt Nordhessens, das die Fahrzeit vom Umland in die Kasseler City wesentlich verkürzt und attraktiver gestaltet. Ergänzend sind hier die gewaltigen Investitionsvorhaben im Bereich der touristischen Infrastrukturen zu nennen, dabei besonders die bereits angelaufenen Projekte für die Kasseler Museums- und Kulturlandschaft oder die Vorbereitungen zum Bau einer Multifunktionshalle in Kassel. Im Bereich der Forschungsinfrastrukturen ist die Universität Kassel der entscheidende Partner für den weiteren Ausbau. Mit den Investitionen in die Nanostrukturforschung oder der Forcierung des Technologietransfers wurden hier in den vergangenen Jahren schon entscheidend die Weichen für die Zukunft gestellt.

Bisher ist es der Region gelungen, die Infrastrukturinvestitionen in wirtschaftliche Impulse und Ansiedlungen umzusetzen. Auch nach Abschluss der aktuellen Projekte werden die positiven Effekte sicher nicht ausbleiben. Kassel ist eben klasse. Und das auch im Hinblick auf seine Wirtschaft.


Link: www.wfg-kassel.de
Mail: info@wfg-kassel.de

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