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Die Region Kassel hat viel zu bieten ...
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Das Märchenland der Brüder Grimm ist zugleich auch Hessens grüne Nordspitze. Im Kreis gibt es rund 500 km² Wald, das ist mehr als ein Drittel der Gesamtfläche, und allein für eine Wanderung durch den Reinhardswald braucht man gut acht Stunden. Die Pause im Dornröschenschloss Sababurg ist dabei noch gar nicht eingerechnet.
Zum Kreis gehören 29 Städte und Gemeinden, Baunatal als größte Stadt hat mittlerweile 28.000 Einwohner, Nieste als die kleinste Gemeinde zählt 1.500 Menschen.
Die Geschichte der Städte und Gemeinden reicht jedoch viel weiter, wie schon ein Blick auf deren historischen Fachwerkkerne zeigt. Wer ein Auge dafür hat, wird schnell eine Besonderheit entdecken: Nur wenige Kilometer nördlich von Kassel verändert sich die Fachwerkarchitektur, hier finden sich keine hessischen Bauten mehr, sondern niederdeutsche Häuser, die man durch die fast scheunentorgroße ?Deele" betritt.
Es ist kein Zufall, dass die "Fachwerkgrenze" mitten im Landkreis mit der wichtigsten deutschen Sprachgrenze zusammenfällt, die die hochdeutschen von den niederdeut- schen Mundarten trennt."Et roopet dat Klawitt" sagt man nördlich davon, wenn das Käuzchen ruft, und von Calden bis zur ?Waterkant" klingt das nicht viel anders. Keine geringeren als die Brüder Grimm interessierten sich für die auffallenden Lautverschiebungen in den Dialekten - die Grundlagen ihrer sprachwissenschaftlichen Arbeiten und damit der Germanistik entstanden genau hier.
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Sehenswürdigkeiten bieten sich auch im Kreis überall. Fast vier Dutzend Burgruinen zählt man im Märchenland, ein Besuch empfiehlt sich auch in der gut erhaltenen Trendelburg, aus deren hohen Turm man mitunter noch Rapunzels Haarzopf hängen sehen kann. In Kaufungen ist mit der Stiftskirche eine fast tausendjährige Geschichte lebendig geblieben. Hier gründete Kunigunde, Gattin des Kaisers Heinrich II, ein Kloster, in dem sie ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Im Zuge der Reformation wurde daraus ein Stift und bis heute sind die malerischen Gebäude rund um den Stiftshof Sitz der hessischen Ritterschaft. Das Evangeliar Heinrich des Löwen und damit eines der bedeutensten Werke mittelalterlicher Buchkunst ist als Faksimile in Helmarshausen zu bewundern. Hans Staden ist ein spannender Vertreter der beginnenden Neuzeit. Im Jahr 1550 erlitt er vor der Küste Südamerikas Schiffbruch und wurde schließlich von „wilden, nackten und grimmigen Menschenfressern" gefangen, ehe ihn ein günstiges Schicksal fünf Jahre später zurück in die nordhessische Heimat führte. Dort, in Wolfhagen, verfasste er dann auch seinen Reisebericht Wahrhaftige Historia, ein sowohl historisch als auch literarisch bedeutendes Zeugnis. Die Sammlung Staden ist heute in Wolfhagen zu sehen.
Ein ganzes Stadtbild als lebendige historische Kulisse bietet die Stadt Bad Karlshafen, neben Bad Emstal einer der beiden Kurorte im Kreis. „Carlshafen", wie es damals hieß, wurde im Jahr 1699 von französischen Hugenotten gegründet, die hier an der Weser Zuflucht gefunden hatten vor ihren religiösen Verfolgern. Die weißen Gebäude im Stil des französischen Barocks rund um das Hafenbecken gelten als einzigartiges Zeugnis. Östlich von Kassel befindet sich das Schlösschen Windhausen. Hier lebte der aus Preußen stammende Minister Martin Ernst von Schlieffen, der dem ebenso kunstbesessenen wie geldknappen Landgrafen Friedrich II als Berater diente.
Schloss Wilhelmsthal gilt als das schönste Rokokoschloss nördlich des Mains. Das Schloss kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden, der Park ist frei zugänglich. Das Schlossgebäude besitzt noch die reiche historische Innenausstattung sowie Malereien von Johann Heinrich Tischbein. Wer es besucht, sollte nicht versäumen, einen Blick in die Silberkammer zu werfen, in der Hunderte von Zinnsoldaten in historisch sorgfältig gestalteten Dioramen die letzte Schlacht des Siebenjährigen Krieges nachstellen. Etwa ein Dutzend Regionalmuseen erzählten die Geschichte des Alltags auf unter- schiedliche Art und Weise. Sehenswert ist jedes von ihnen. Besonders erwähnt werden sollen hier nur die jüdische Abteilung des Stadtmuseums Hofgeismar und das Währungsmuseum in Fuldatal-Rothwesten, ein Ort, der nicht nur die Geschichte der DM erzählt, sondern der auch eng damit verbunden ist. Und immer wieder begegnet man den Brüdern Grimm. Und das nicht nur auf dem 1000-Mark-Schein in Rothwesten. Manchmal braucht es ein wenig Phantasie und manchmal ist es ein Originalschauplatz wie die Dorothea-Viehmann-Stube in der Knallhütte bei Baunatal, wo Jakob und Wilhelm der Märchenerzählerin zuhörten. Und auch in der Kunst finden sich die Grimms wieder wie im Schauenburger Ortsteil Breitenbach, wo der Künstler Adi Schindehütte die Märchenwache gestaltete.
Stöbern Sie durch die vielseitige Natur-, Kultur- und Freizeitlandschaft der Region Kassel. Herzlich willkommen.
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