documenta - die Weltkunstausstellung in Kassel

Die "documenta" ist eine im Abstand von (4 bis) 5 Jahren und jeweils 100 Tage dauernde in Kassel veranstaltete Ausstellung moderner Kunst.

Die erste documenta rief der Kasseler Maler und Akademieprofessor Arnold Bode im Jahre 1955 ins Leben. Sie fand als Rahmenveranstaltung zur Bundesgartenschau statt. Diese Ausstellung bot mit 670 Werken einen Überblick über das Kunstschaffen in der ersten Jahrhunderthälfte (u.a. Marc Chagall, Joan Miro, Pablo Picasso).
Die von der documenta GmbH ernannten Projektleiter suchen die Kunstwerke in eigener Verantwortung aus. Die ersten 4 Veranstaltungen gaben einen Überblick über die Entwicklung der modernen Kunst von ihren Anfängen. Ab der d.4 wurde nur noch das aktuelle Kunstgeschehen berücksichtigt. Bei der d.5 und 6 wählten die künstlerischen Leiter Themen: 1972 "Befragung der Realität-Bildwelten heute", 1977 "die Kunst in den Medien, die Medien in der Kunst".Bei der d.7 und d.8 wurde die Bindung an ein festes Thema wieder aufgegeben.

Mit dem Projekt „7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ hat Joseph Beuys ein umfassendes Projekt gewagt. Obwohl er selber nie in Kassel gewohnt hat, bleibt sein Name untrennbar mit der Stadt verbunden.Kein anderes Kunstwerk greift so intensiv und nachhaltig in das topographische und gesellschaftliche Gefüge der Stadt ein. Die Pflanzung der Bäume zusammen mit jeweils einem begleitenden Basaltstein an 7000 Punkten in Kassel wurde 1982 als Beitrag zur documenta 7 begonnen und konnte 1987 zur documenta 8 abgeschlossen werden.

Jan Hoet inszenierte 1992 die ausgreifendste documenta (d.9). Dem Belgier ging es darum, die Vielfalt der Ausdrucksformen zu spiegeln. Hoet bezog erstmals Künstler ein, die nicht dem westeuropäisch-amerikanischen Kulturraum angehörten.Als Erinnerung ist die Skulptur "Man walking to the Sky" (Himmelsstürmer) des Amerikaners Jonathan Borofsky in Kassel geblieben (sie steht heute vor dem Kulturbahnhof). Bei letzten Veranstaltungen vor dem Eintritt ins neue Jahrtausend 1997 wurde mit Catherine David erstmals eine Frau mit der künstlerischen Leitung beauftragt.Ihr Leitmotiv lautete: "Blick zurück nach vorn", es wurde ein Rückblick auf die letzten 50 Jahre vorgenommen und gleichzeitig eine Vorausschau auf die Zukunft.

Zum künstlerischen Leiter der documenta 11 wurde Okwui Enwezor - erstmals ein Künstler, der nicht aus Europa stammt - ernannt. Enwezor, geb. in Nigeria, entwickelt 5 Plattformen, von denen bereits 4 im zeitlichen Vorfeld der documenta stattfanden. Bereits im März 2001 fand in Wien und Berlin die erste mit dem Thema "Demokratie als unvollendeter Prozess" statt, es folgten Neu-Delhi: "Experimente mit der Wahrheit", die westindische Insel St. Lucia: "Creolité und Kreolisierung" und Lagos, Nigeria: "Unter Belagerung". Die 5. Plattform war die Ausstellung selbst, die erstmals auch Werke von Künstlern aus dem asiatischen Raum zeigte. Am 8. Juni 2002 wurde die d.11 eröffnet.

Die aktuelle documenta-Austellung, die documenta 12, findet von 16.06.- 23.09.2007 statt. Künstlerischer Leiter ist Roger M. Buergel.

Ansprechpartner:
documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH
Geschäftsführer: Bernd Leifeld
Friedrichsplatz 18
D-34117 Kassel
Fon +49 561 707270
Fax +49 561 7072739
info@documenta.de
http://www.documenta.de
http://www.fridericianum-kassel.de

Die documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH ist eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Kassel und dem Land Hessen als Gesellschafter getragen und finanziert wird.

Bildergalerie
d9 Figurengruppe "Die Fremden", Thomas Schütte
9 "man walking to the sky", Jonathan Borofsky
d7 "Spitzhacke", Claes Oldenburg
d7 "7000 Eichen", Josef Beuys
d7 "documenta Urbana"
d6 "Rahmenbau", Haus Rucker und Co.

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