Hessische Landesausstellung

19. März bis 29. Juni 2008 im Museum Fridericianum

König Lustik!? Jérôme Bonaparte und der Modellstaat Königreich Westphalen
19. März bis 29. Juni 2008 im Museum Fridericianum: Napoleon befand sich 1807 auf dem Gipfel seiner Macht. Er verschob die Grenzen in Europa, wie es ihm passte. Seine bedeutendste Neuschöpfung auf deutschem Boden war das Königreich Westphalen mit seiner Hauptstadt Kassel. Als Herrscher setzte er seinen jüngsten Bruder Jérôme ein.

Der Kunstraub - Unheilvoller Auftakt der französischen Herrschaft: Noch bevor Jérôme in seinem Königreich angekommen war, hatte Napoleon durch die Plünderung der kurfürstlichen Sammlungen den Zorn der Hessen erregt. Unersetzliche Meisterwerke ließ er nach Paris schaffen, darunter bedeutende Gemälde von Rembrandt und Rubens sowie die einzigartigen antiken Statuen.

Jérôme und Katharina - Karriere eines Königspaars: Jérôme hatte 1805 im amerikanischen Baltimore eine reiche Kaufmannstochter geheiratet. Als Napoleon davon erfuhr, schäumte er vor Wut. Er zwang seinen Bruder, diese Ehe zu annullieren und stattdessen die württembergische Königstochter Katharina zu heiraten. Die Ausstellung beleuchtet diese komplizierte Beziehung mit Liebesbriefen, Schmuckstücken und anderen privaten Objekten.

Hofkultur - Der Glanz der neuen Herrschaft: Als Jérôme und Katharina in Kassel eintrafen, fanden sie leer geräumte Schlösser vor. Bei den führenden Pariser Manufakturen bestellten sie prächtige Möbel und kostbares Tafelsilber. An den französischen Vorbildern orientierten sich die einheimischen Kunsthandwerker. Auch in baulicher Hinsicht wollte der König seine Hauptstadt verschönern. Zu den wenigen realisierten Projekten zählt das von Leo von Klenze entworfene Hoftheater, das Jérôme neben der Sommerresidenz errichten ließ – die nun nicht mehr Wilhelmshöhe hieß, sondern Napoleonshöhe.

Der Modellstaat - Aufbruch in die Moderne: Heute ist nahezu in Vergessenheit geraten, dass das Königreich Westphalen ein wichtiger Vorläufer unserer Demokratie war. Die von französischen Juristen entworfene Verfassung dieses Staates garantierte zusammen mit dem neuen Zivilrecht, dem Code Napoléon, die Gleichheit aller Untertanen vor dem Gesetz. Die Religionsfreiheit beendete die rechtliche Diskriminierung der Juden. Mit der Einberufung eines Parlamentes hoffte Jérôme, die Loyalität seiner Untertanen zu erringen.

Bauern, Bürger und Soldaten - Alltagsleben im Wandel: Kein Einwohner des Modellstaates blieb von der neuen Herrschaft unberührt, denn Wirtschafts- und Sozialreformen sorgten für eine Umwälzung aller Lebensbereiche. Bauern konnten die Leibeigenschaft abstreifen, Handwerker entkamen dem Zunftzwang. Zahlreiche Klöster wurden aufgelöst und an private Unternehmer verkauft.

Link: www.koenig-lustik.de

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