Zur Geschichte der Domäne

und das Restaurant Gutshof im hr-Studio Kassel

Wann die ersten Vorläufer der Domäne in Wilhelmshöhe errichtet wurden, das ist längst im Nebel der Geschichte versunken: Ein historisches Bauwerk im engeren, wichtigen Sinne war das landwirtschaftliche Anwesen zu Füßen des Schloßberges ja nie. Mit großer Selbstverständlichkeit diente es dem leiblichen Wohl seiner jeweiligen Herren. Schriftlicher Bemerkungen irgendwelcher Chronisten bedurfte es dazu nicht.

Heute wissen wir lediglich, daß der Gutshof in früheren Jahrhunderten zum Kloster Weißenstein gehörte, dessen Hauptgebäude in Alt-Wahlershausen standen während der Säkularisation, der Einziehung kirchlicher Güter durch den Staat, fiel die Domäne dann samt ihren ausgedehnten, bis nach Wehlheiden reichenden Ländereien an den Wilhelmshöher Hof. Vornehmste Aufgabe des Verwalters und seiner Mitarbeiter war es fortan, Speck und Eier, Fleisch und Milch an den kurhessischen Hofstaat zu liefern.

Als der letzte Kurfürst Friedrich Wilhelm 1866 von den Preußen als Gefangener aus dem Schloß geführt und in die Festung Stettin gebracht wurde, wurde Kurhessen der preußischen Monarchie einverleibt. Das Schloß diente nun wechselnden Bewohnern, deren Versorgung jedoch weiterhin durch die Dömäne sichergestellt wurde. Mit besonderem Eifer ging deren Belegschaft um die Jahrhundertwende stets zur Sommerzeit zu Werk: Wenn mit großem Troß der Kaiser samt seiner Familie zur Sommerfrische eintraf.

Nur die frischesten und dicksten Eier, das zarteste Fleisch und das knackigste Gemüse wurden dann aufs nahe Schloß geliefert - ein Qualitätsanspruch, der im heutigen Gutshof-Restaurant wieder aufgelebt ist. Als der Krieg verloren war und der Kaiser nach Holland ins Exil ging, war es auch damit vorbei.

Nach 1945 beherbergten die mehr und mehr verfallenden Gemäuer - dazu gehörten neben dem Rinderstall, der zum Restaurant „Gutshof“ umgebaut wurde, noch zahlreiche Wirtschaftsgebäude, ein Herrenhaus und eine Remise - u. a. einen Schafzuchtbetrieb und einen Ponyhof.

Heute ist der Hessische Rundfunk Eigentümer des 30.000 qm großen Restgeländes, auf dem 1992 ein modernes Fernsehstudio entstand. So kam es zu einer reizvollen Wechselbeziehung von aktuellen Medien und traditioneller, urgemütlicher Gastlichkeit, wie sie das Restaurant Gutshof seit 1997 präsentiert.

Am Fuße des romantischen Bergparks Kassel Wilhelmshöhe, unweit des Schlosses mit seiner berühmten Gemäldesammlung Alter Meister, inmitten des Kurbezirks Bad Wilhelmshöhe.
Wilhelmshöher Allee 347a · Fon 0561.32525

Link: restaurant-gutshof.de/
Mail: Gutshof@t-online.de

Bildergalerie
Villenkolonie am Mulang in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, heutige Burgfeldstraße
Kopf vom Herkules demontiert zur Sanierung in 2007
Luftbildaufnahme vom Gutshof um 1930
Plan du Cháteau Royal Wilhelmshöhe Stahlstich 1653
Eingang Restaurant Gutshof
Jacob Jordaens, Der Breiesser um 1650 Museumslandschaft Hessen Kassel Gemäldegalerie Alte Meister

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