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Mit dem Taxi auf Kultur-Tour
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Droschkenfahrer Wilfried Werner informiert Touristen über Kasseler Museen - Unterwegs durch die Stadt
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Von Marie Klement
Kassel. Wilfried Werner lächelt. Vor der Windschutzscheibe seines Autos taucht gerade der Weinberg auf. Mächtig. Imposant. Der Moment ist Werners Stichwort. "Gleich da vorn sieht man das Museum für Sepulkralkultur", sagt der Taxifahrer und zeigt den Berg hinauf. "Das ist etwas Besonderes. Ein Totenmuseum und einzigartig in Deutschland." " Was es zu bieten hat, weiß Wilfried Werner genau. Er ist Kassels erster Kulturtaxi-Fahrer und informiert bei Fahrten durch die Stadt über aktuelle Ausstellungen und die Kasseler Museen im Allgemeinen. "Taxifahrer sind oft die Ersten, die mit Touristen in Berührung kommen", erklärt Georg Zablewski von kassel tourist die Idee, die hinter dem Projekt steckt. Da sich gezeigt habe, dass viele Touristen über Ausstellungen informiert werden wollen, sei es naheliegend gewesen, Taxifahrer als Kulturvermittler einzusetzen. Eine Aufgabe, die Werner gern übernimmt. Es ist kurz nach neun. Draußen ist es kühl, das Thermometer zeigt gerade einmal vier Grad. Im Inneren des Taxis ist davon nichts zu spüren. Aus dem Radio erklingt leise Popmusik, Häuser ziehen vorbei, ein Auto hupt. Werner blickt sich um. "Kassel hat unheimlich viel zu bieten. Man muss es nur erkennen", sagt der Kasselaner. Fünfmal musste er Kassels Museen besuchen, um den Aufkleber mit dem Titel Kulturtaxi zu bekommen. Für den Fahrer des Taxiunternehmens Taxi Blitz war das kein Problem. "Kultur interessiert mich ohnehin, und man lernt immer noch etwas dazu", sagt er. Ausgestattet mit diesem Wissen soll er nun Touristen aufklären. Von ihnen gibt es in Kassel und dem Umland genug. Ebenso wie Sehenswürdigkeiten. Über die Frankfurter Straße geht es den Weinberg hoch, vorbei am Amtsgericht und weiter Richtung Altmarkt. Auf der linken Seite taucht das Fridericianum auf, rechts das Naturkundemuseum. "Die Museumslandschaft ist einfach unheimlich vielfältig", sagt Werner. Man merkt dem 60-Jährigen an, dass es ihm Spaß macht, auf seine Weise über die Museen zu informieren. Und genau das ist das Ziel: Die Taxifahrer sollen ihr Wissen vermitteln, informieren, Tipps geben. Freundlichkeit durch Wissen, lautet dabei das Motto. Auch für Werner. Am Altmarkt fährt er nach links, dann weiter die Werner-Hilpert-Straße entlang. Am Ende der Straße taucht der Kulturbahnhof auf. "Da ist gerade Baustelle", sagt Werner und lächelt. "Interessanter ist jedoch der Himmelsstürmer als Überbleibsel der documenta von 1992." Nicht nur etwas für Fremde Jahreszahlen, Anekdoten, Sprichtwörter: Selbst Einheimische können bei der Fahrt im Kulturtaxi noch etwas lernen. "Wenn jemand Fragen hat, merke ich das", sagt Werner. Dann komme man schnell ins Gespräch und könne über die kulturellen Schätze Kassels erzählen. Von denen hat die Stadt einige zu bieten. Viele liegen auf den Touren von Werner. Auch jetzt. Auf der Wilhelmshöher Allee geht es vorbei an Autos, Fußgängern und Fahrradfahrern, immer Richtung Herkules. Werner schaut nach vorn. Konzentriert. Dann erblickt er die nächste Sehenswürdigkeit. Und lächelt.
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